Schätzungs­befugnis bei fehlen­den Programmier­protokollen eines Bargeld­intensiven Betriebs mit moder­nem PC-Kassen­system

8. Mai 2019

Die einzelne Aufzeichnung eines jeden Barumsatzes kann nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs unzumutbar sein. Wird jedoch ein modernes PC-Kassensystem eingesetzt, das sämtliche Kassenvor­gänge einzeln und detailliert aufzeichnet, ist eine Berufung auf die Unzu­mutbarkeit der Aufzeichnungsverpflichtung nicht (mehr) möglich.

Fehlen Programmierprotokolle für ein solches elektronisches Kassensys­tem, berechtigt dies zu einer Hinzuschätzung von Umsätzen, wenn eine Manipulation der Kassen nicht ausgeschlossen werden kann. Ein weite­res Indiz für eine nicht ordnungsgemäße Kassenführung ist z. B. die Exis­tenz diverser Überwachungsvideos in den Betriebsräumen des Unter­nehmens, wonach Mitarbeiter zahlreiche Bezahlvorgänge nicht im Kas­sensystem erfasst hatten. Unter diesen Voraussetzungen besteht aus­reichend Anlass, die sachliche Richtigkeit der Buchführung zu beanstan­den. Eine Hinzuschätzung von Umsatz und Gewinn auf der Grundlage einer Nachkalkulation ist insoweit zulässig.

(Quelle: Beschluss des Finanzgerichts Hamburg)

Quattek & Partner, Ihr Steuerberater in Göttingen, berät Sie gern zu diesem Thema.

0551 49701-0
Scroll to Top